[KOLUMNE] 6 Dinge, die ich HEUTE nicht mehr brauche!

 

Vor kurzem habe ich einen tollen Beitrag von Nicci gelesen. Sie schreibt über: 6 Dinge, die ich als Büchermensch nicht mehr brauche. Ich fand ihren Bericht mutig und ehrlich und absolut inspirierend. Besonders folgender Satz hat es mir angetan:

Ich fragte mich: darf ich mich so wohlfühlen? Mit einem Rock? Ja, darf ich. Und ich liebe es.

Denn mir ging es früher ähnlich. Daher habe ich beschlossen, Niccis Format zu übernehmen und euch meinerseits über 6 Dinge zu berichten, von denen ich gelernt habe, dass ich sie nicht brauchen muss. Auch nicht, wenn es alle anderen denken.

Ich möchte darauf hinweisen, dass dieser Beitrag keine Richtlinie ist. Nur weil ich gewisse Dinge nicht brauche, heißt dass nicht, dass ihr euch schlecht fühlen sollt, wenn sie zu eurem Leben gehören!

 

 

Weltliteratur-Leseliste

 

 

Zuerst möchte ich mit einem ganz literarischen Thema beginnen. Besonders in der Schulzeit und auch in meiner Ausbildung zur Buchhändlerin hörte ich immer wieder: Dies muss man gelesen haben. Das muss man gelesen habenDoch davon habe ich mich getrennt. Es geht einfach nicht, dass man alles gelesen hat und das muss man auch nicht. Manche Bücher gefallen einem einfach nicht und dann sollte man sich auch nicht zwingen. Das betrifft meiner Meinung nach im übrigen auch Weltliteratur. Bücher, die mir nicht gefallen, muss ich nicht lesen! Ich kann sie anlesen oder ihnen 100 Seiten geben, aber sie lesen muss ich nicht! Also die Weltliteratur-Leseliste ist von meiner Ich brauche Liste verschwunden!

 

 

Zwangsweise Freunde

 

 

Ihr kennt das ja sicher auch. Ihr freundet euch an. Alles ist ganz wundervoll und dann schläft der Kontakt irgendwann ein. Entweder man zieht weg oder man entwickelt einfach andere Interessen oder der Andere war von Anfang an nicht so interessiert, wie man selber gedacht hatte. Früher war ich ein Mensch, der dann versucht hatte, den Kontakt zwangsweise zu erhalten, denn ich wollte doch keine Freunde verlieren. Doch davon habe ich mich auch getrennt.
Natürlich fange ich jetzt nicht an Menschen zu verstoßen, die ich als meine Freunde bezeichne, allerdings schotte ich mich von der Enttäuschung ab, falls dieser Kontakt einschläft. Ich bringe mich nicht mehr zwangsweise einseitig ein. Wenn ich keine Gegenreaktion oder Einbringung der anderen Seite bekomme, dann zwinge ich mich nicht dazu. Wer sich nicht in eine Freundschaft einbringt, der möchte sie offensichtlich nicht aufrecht erhalten und dann muss ich mich auch nicht dazu zwingen.
Das klingt jetzt sehr hart und ich weiß auch, dass Freundschaft Arbeit erfordert, genauso wie eine Beziehung, dennoch bin ich der Meinung, dass es beiderseitige Bemühungen braucht und nicht einer gibt und einer nimmt!

 

 

Ständiger Kontakt

 

 

Seit ich alleine lebe und mein eigenes Leben fernab von den Eltern führe, habe ich gelernt, dass ich nicht immer unterwegs sein muss. Ich muss nicht IMMER etwas mit Freunden unternehmen und ich muss auch nicht IMMER die Natur genießen, wenn sie denn mal schön ist.
Wenn ich trotz Sonnenschein und bestem Wetter an meinem freien Tag Zuhause in meinem Bett oder auf meinem Sofa versauern will, dann tue ich das. Wenn ich den ganzen Tag nur in meinem Lesesessel sitze und lese, dann tue ich das auch. Und keines von dem ist schlimm.
In unserer Gesellschaft hat sich der Begriff Stubenhocker etabliert. Die verletzende Nutzung dieses Wortes finde ich einfach lächerlich. Nur weil jemand gerne liest, Briefe schreibt, Filme anschaut, Sport vor seinem Fernseher macht, schläft, kuschelt, Blogarbeit am Küchentisch oder einfach nur rumliegt und Musik hört, ist dieser Mensch nicht langweilig oder muss von oben herab betrachtet werden. Das sind genauso gute Hobbies wie Waldspaziergänge, Kino, Eisessen oder andere Beschäftigungen, für die man das Haus verlassen muss.
Daher habe ich mich auch von diesem Zwang gelöst. Meine Wohnung ist eben mein Zuhause, mein Wohlfühlort und ich bin dort sehr gerne!

 

 

Hässliche Kleidung

 

 

Vorne weg: Ich verurteile hier keinen Kleidungsstil. Ich möchte damit nur ausdrücken, dass jeder die Kleidung tragen soll, die er schön findet!

Pummelige oder gar fette (entschuldigt dieses harte Wort) Kinder, haben es nicht leicht. Weder im Kindergarten, in der Schule noch privat.
Ich war eins dieser fetten Kinder. Ich hatte komische und unförmige Klamotten, weil sich meine Mutter nicht die Mühe gemacht hat, mir passende Kleidung zu kaufen. Meist auch eher Jungssachen. Also ausgeleierte Hosen, komische T-Shirts. Von Kleidern oder Röcken konnte ich nur träumen. Wenn ich mir ein Kleid oder ein Rock gewünscht habe, hieß es: Du ziehst das doch eh nicht an, dass schmeichelt nicht deiner Figur! oder Die passen dir doch eh nicht! Und ihr wisst sicherlich selber, wie gut sich solche Sätze in das kindliche Gehirn einbrennen.
Es hat mich fast 20 Jahre Lebenszeit gekostet, zu akzeptieren, dass ich eben dicker bin und meine Gesundheit mehr arbeit erfordert, ich aber dennoch hübsch aussehen kann. Ich muss fast 20 Jahre alt werden, bis ich Make-up kennen gelernt habe. Bis ich wusste, dass ich meine roten Flecken im Gesicht kaschieren kann. Dass ich meine Haare stylen kann. Auch mein erstes richtiges Kleid habe ich mir von meinem eigenen Gehalt gekauft und wisst ihr was: Ich fühl mich hübsch! Ich liebe Kleider einfach. Auch wenn ich immer noch denke, Röcke stehen mir nicht, bin ich aber parallel auch kein Fan von Röcken. Aber Kleider sind toll und das habe ich gelernt. Und solange ich ein Kleid finde, dass die richtige Größe für mich hat, dann kann ich es auch tragen. Egal was alle Welt davon denkt!

 

 

Ernährungszwänge

 

 

Dieser Punkt geht fließend in den Punkt davor über! Wie ich schon sagte, war ich schon immer dick und bin es auch heute noch. Aber ich habe damit kein Problem und ich gehe damit sehr offen um. Ich liebe Sport und auch wenn jeder süffisant grinst, wenn ich das erzähle, weiß ich, dass es stimmt. Seit ich gelernt habe, dass ich keinen Zwang für Sport brauche, mache ich auch regelmäßig Sport. Seit ich gelernt habe, dass ich Essen kann, was ich möchte und dass ich durch den Zwang gewisse Dinge nicht mehr zur Essen nur meinen Heißhunger förderte, bin ich auch deutlich glücklicher!
Wenn ich ein Stück Torte zum Mittag essen will, dann tue ich das. Wenn ich eine Milchschnitte will, dann esse ich sie. Wisst ihr was das schöne ist? Früher wurde mir oder ich habe mir so etwas wie Süßigkeiten verboten. Dann steigerte sich meine Lust darauf und letztlich habe ich die ganze Packung SchokoBons gegessen. Heute esse ich, wenn ich Lust habe, eins oder zwei. An schlimmen Tagen auch mal eine Hand voll, aber die ganze Packung wird es nie.
Es gibt auch Dinge, bei denen ich auch heute noch die ganze Packung esse, wenn ich sie im Haus habe. Chips zum Beispiel oder PomBären. Doch auch das ist nicht schlimm! Ich lebe gesund. Meine Ernährung beinhaltet viel Obst und Gemüse, frisch gekochte Sachen zum Mittag und seltenst Mal Fastfood. Doch auch hier das Prinzip wenn ich einen Burger essen möchte, dann esse ich einen. Punkt.
Durch diese gedankliche Umstellung, statt Ernährungszwang lieber freiwillig und mit Spaß Sport betreiben zusätzlich zu einer regelmäßigen gesunden Ernährung, bin ich glücklicher, ausgeglichener und ich habe seltener Hunger. Mit diesem Prinzip nimmt man zwar nicht ruckartig viel ab, aber das Leben ist ja auch kein Sprint, sondern ein Marathon oder ein Dauerlauf!

 

 

Plastik oder Müll

 

 

Auch jetzt fühle ich mich verpflichtet zu sagen, dass das kein Bashing von Menschen, die sich nicht so verhalten wie ich!

Ich versuche so viel es geht auf Plastik und Müll zu verzichten. Nicht weil mich irgendjemand zwingt, sondern weil ich auf meine Umwelt achten möchte. Auch das habe ich gelernt, seit ich alleine lebe. Die Ausreden, das kann ich nicht, weil ich nicht so viel Geld habe oder ähnliches, ist einfach Blödsinn. Niemand sagt, dass es darum geht, auf alles ab sofort zu verzichten. Sondern es beginnt ganz einfach bei der Plastiktüte beim Einkauf. Die einfach mal weglassen. Bei mir ging es weiter beim Nutzen von Dingen in Plastikflaschen. Ich habe auch für die Arbeit eine Glasflasche, die ich Zuhause mit Tee fülle und auf der Arbeit eben mit Wasser. Und so geht das weiter. Einen Stoffbeutel für die Brötchen, statt der Papiertüte vom Bäcker. Joghurt im Glas. Na gut, da gebe ich zu, der kostet einfach mehr, als der andere. Doch das gönne ich mir dann doch! Und Obst und Gemüse kaufe ich im Supermarkt auch nur noch ohne Plastik. Wenn ich es im Supermarkt nicht finde, gehe ich auf den Markt.
Dazu lässt sich aber auch sagen, dass Ausnahmen die Regel bestimmen. Nicht immer habe ich Zeit zum Markt zu gehen, dann beiße ich in den sauren Apfel und kaufe die Gurke in Plastikfolie.
Ich bin der Meinung, wenn jeder klein bei sich anfängt und wenn es nur die Plastiktüte ist, dass sich nach und nach unsere Gesellschaft ändert und vielleicht können wir es ja schaffen, dass Plastik irgendwann zu verbannen.
Noch eine wichtige Mitteilung: Sogar meinen Tee und Kaffee bekomme ich Müllfrei bei meinem Teedealer 😉 Sie füllen mir den Tee und den gemahlenen Kaffee in die Dosen, die ich mitbringe und es macht ihnen gar nichts aus. Jeder, der das auch machen möchte, möchte ich ans Herz legen: Sucht euch Läden, Bäcker oder Märkte, die euch nicht komisch anschauen, sondern die das ganz normal reagieren, wenn ihr fragt. Das macht es einfacher! ♥

 

 

Das waren meine 6 Dinge, die ich nicht mehr brauche. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch mitteilt, was ihr vielleicht gelernt habt, nicht mehr machen zu müssen. Und herzlichen Dank an Nicci für diese Anregung.

 

 

Ella

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11 Comments

    1. Dann mache ich auch dir einen Strich darunter 🙂 Das war eh schon gewünscht;)
      vielleicht hänge ich ein ganzes Dokument an, wo ihr alle unterschreiben könnt 😄

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  1. Hey 🙂
    Ein toller Beitrag und ich kann mich richtig in einigen Punkten wiederfinden.
    Wenn ich so drüber nachdenke, kann ich mich sogar in allen Punkten wiederfinden. Du sprichst mir richtig aus der Seele, gerade wenn es um das Essen geht. Ich persönlich bin absolut kein Fan vom Sport machen, aber dennoch esse ich worauf ich Lust habe ohne mich dafür zu schämen. Das einzige worauf ich wirklich versuche drauf zu hören ist, ob ich wirklich Hunger und Appetit auf etwas habe oder ob ich aus Langeweile essen möchte und das hilft mir tatsächlich, dass ich mein Gewicht halten kann und das ich auf meinen Körper höre.
    Auch der Punkt mit dem zuhause bleiben spricht mich mächtig an. Auch hier versuche ich auf meinen Körper zu hören. Warum soll ich mich einer Situation aussetzen, auf die ich in dem Moment keine Lust habe? Ich bin mir sicher, dass das mir und meinem Körper einfach nicht gut tut und es mich mental eher auslaugt. Ich wünschte wirklich, dass dieses ‚Nichtstun‘ in der Gesellschaft nicht so verpönt wäre, weil daran wirklich nichts schlimm ist.

    Liebe Grüße
    Isabell

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    1. Hallo liebe Isabell,

      ich freue mich wirklich, dass du dich in meinen Worten wiederfindest und ich kann nur sagen, dass das aufschreiben und teilen wirklich geholfen hat. Mir hat das erst bewusst gemacht, wie stark und selbstbewusst ich in den letzten Monaten und Jahren geworden bin. Also falls du ein bisschen push für dein Ego oder deine Ziele brauchst, schreib es auf 😉
      Ansonsten freue ich mich wirklich über deine Worte und was du machst, machst du richtig. Am Wichtigsten ist, auf seinen Körper zu hören! Das vergessen wir immer wieder, aber unser Körper muss uns durch das Leben schleppen und wenn wir ihn stressen oder unser wohlbefinden ignorieren, dann wird er uns das irgendwann heimzahlen.

      Alles Liebe und einen schönen Sonntag,
      Ella

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  2. Hallo Ella,

    wo kann ich hier unterschreiben? Das ist ein super Beitrag & ich erkenne mich bei so vielen Dingen wieder. Gerade dieser Punkt mit dem Zuhause bleiben. Wenn ich bei Sonnenschein in der Wohnung sitze und TV schaue, dann habe ich immer dieses Gefühl, dass die ganze Welt einen böse Anblickt, weil man ja das tolle Wetter nicht genießt. Ja schön, aber wenn ich einen alleinigen Spaziergang an der Straße entlang einfach nicht als zu Genießen empfinde? Mit Freunden im Park sitzen – kein Problem. Aber ich bin einfach gerne alleine zuhause und genieße die Ruhe und Erholung von einer anstrengenden Arbeitswoche.

    Liebe Grüße,
    Pia

    Gefällt 2 Personen

    1. Hey Pia,

      warte ich male dir einen Strich drunter 🙂
      Ich verstehe, was du meinst und ich musste auch immer wieder mich selbst daran erinnern, dass Dinge die mich glücklich oder zufrieden machen gut sind. Ob das Zuhause ist oder nicht. Aber auch ich kenne eben diesen Gesellschaftlichen Druck und das ist eigentlich falsch an unserer Gesellschaft 😦
      Wir müssen halt jeder für sich ein bisschen umdenken, vielleicht passt sich dann das „Normale“ auch irgendwann an 🙂

      Alles Liebe,
      Ella

      Gefällt 1 Person

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